Gewinner 2017

Die Gewinner*innen des 46. Internationalen Studierendenfilmfestival Sehsüchte 2017:

Bester Spielfilm - 5.000 Euro

Dotiert mit 5.000 Euro, gestiftet von der ILB – Investitionsbank des Landes Brandenburg.

Hymyilevä Mies / The Happiest Day in the Life of Olli Mäki

Spielfilm | Finnland 2016 | Juho Kuosmanen | 93‘

Hymyilevä Mies

Das sagt die Jury:

Vom ersten Moment an wird man in diesen Film hinein gezogen. Durch sensible Figurenführung, mit liebevollen Szeneneinfällen, stimmigen Rhythmuswechseln und einer hervorragenden Besetzung bis in die kleinste Nebenrolle, versteht es der Regisseur uns in eine andere Zeit  mitzunehmen. Ein Sport, aber auch ein Liebesfilm, der dem klassischen Aufbau einer Geschichte und seinen Figuren vertraut. Wir sprechen allen Gewerken – Ausstattung, Maske, Kostüm, Kamera, besonders auch dem Ton – unsere Hochachtung aus, dass sie es geschafft haben, Juhos Vision wahrhaftig umzusetzen. Dieser Film ist präzise erzählt, mit überraschenden Wendungen und einer lebendigen Leichtigkeit. Mit Freude kamen wir zu einem einstimmigen Urteil: Herzlichen Glückwunsch: Hymyilevä Mies oder auch The Happiest Day in the Life of Olli Mäki

Bester Dokumentarfilm - 5.000 Euro

Dotiert mit 5.000 Euro, gestiftet vom rbb Fernsehen.

Hinter dem Schneesturm / Beyond the Snowstorm

Dokumentarfilm | Deutschland 2016 | Levin Peter | 92‘

Hinter dem Schneesturm

Das sagt die Jury:

Der Regisseur visualisiert auf besondere Weise das Erinnern als Prozess und inneren Kampf. Er konfrontiert uns mit einer Schuld und einem Schmerz, die die Zeiten überdauern. Die sehr persönlichen Annäherung ermöglicht es uns, eine Beziehung zu unserer eigenen Geschichte herzustellen und motiviert, den Dialog zwischen den Generationen zu suchen. Insbesondere durch die sensible Tongestaltung eröffnet sich eine vielschichtige Erzählung, die uns nicht loslässt.

Lobende Erwähnung:

Herr und Frau Müller / Mr and Mrs Mueller

Dokumentarfilm | Deutschland 2016 | Dominique Klein | 15‘

Herr und Frau Müller

Das sagt die Jury:

Es ist beeindruckend, wie man ein so schweres Thema auf so leichte und humorvolle Weise behandeln kann. Mit wenigen Strichen gelingt der Filmemacherin ein großer Liebesfilm in 14 Minuten.

Bester Kurzspielfilm - 2.500 Euro

Dotiert mit 2.500 Euro, gestiftet von Flare Films und Schnittlauch Postproduktion.

Ce qui échappe / The Elusive

Kurzfilm | Belgien 2016 | Ely Chevillot | 18‘

Ce qui échappe

Das sagt die Jury:

Der Gewinner des Kurzfilmpreises 2017 ist der Film Ce qui èchappeDas was entflieht oder Das was ausbricht.

Der 26-jährige belgische Regisseur Ely Chevillot hat auf sensible Weise und mit starken Schauspielern das Thema Missbrauch mit einem neuen und gewagten Ansatz umgesetzt. Dabei arbeitet der Film mit subtilen, nicht immer eindeutigen Momenten, die den Zuschauer Fragen stellen lassen.

Lobende Erwähnung:

Mamma

Kurzfilm | Norwegen 2016 | Julia Lindström | 25‘

Mamma

Das sagt die Jury:

Die lobende Erwähnung geht an Mamma von Julia Lindström.

In magischen Bildern hat die 34-jährige, norwegische Regisseurin für das „Ende der Verantwortungslosigkeit“ eine Sprache gefunden, die inhaltlich und visuell so überzeugt hat, dass er nicht unerwähnt bleiben soll.

Bester Genrefilm - 5.000 Euro

Dotiert mit 5.000 Euro, gestiftet von ARRI Media und ARRI Rental.

Asteria

Animationsfilm | Frankreich 2016 | Alexandre Arpentinier | 5‘

Asteria

Das sagt die Jury:

Viele Genrefilme wissen zwar wie sie die Genreregeln anzuwenden haben, wie ein Science-Fiction-Film oder ein Horrorfilm funktioniert, aber leider vergisst man bei all diesen offensichtlichen Dingen auch gern einmal das fundamental Wichtigste: die Geschichte.
Asteria hat uns als Jury vom erstem Moment an in seine etablierte Welt hineingezogen. In kurzen, runden 5 Minuten wird uns eine sehr lustige, sympathische Geschichte erzählt und auf den Punkt gebracht und offenbart am Ende einen knackigen und sehr guten Twist, den man auch mit aktuellem weltpolitischen Augenzwinkern lesen und deuten kann. Der Film hat uns überrascht, sehr gut unterhalten und eine klare und sehr gute Message. Top!

Lobende Erwähnung:

Hard Way – The Action Musical

Spielfilm | Deutschland 2017 | Daniel Vogelmann | 33‘

Hard Way - The Action Musical

Das sagt die Jury:

Einig waren wir uns, dass definitiv eine lobende Erwähnung für den Film Hard Way – The Action Musical auszusprechen ist. Es war eine schiere Freude, die ungewöhnliche Mischung aus zwei absolut konträren Genres, nämlich dem übertriebenen amerikanischem Actionfilm und dem vielleicht etwas schmalzigen Musical, zu verfolgen und sich darauf einzulassen.Schon allein der Mut, Filme solcher Art an vielleicht altbackenen Strukturen wie einer Filmhochschule vorbei zu manövrieren und auch das entsprechende Durchhaltevermögen an den Tag zu legen, spricht für den Film und das Team von Hard Way.
Auch das ist etwas, was Genrefilme mit sich bringen: Es ist eine universelle, weltweit gesprochene Sprache, die man lernen und verstehen kann und anzuwenden wissen muss.

Beste Produktion - 3.000 Euro

Dotiert mit 2.000 Euro, gestiftet von Ziegler Film und dcmZusätzlich stiftet MEDIAS Young Talents eine Fahrzeugvermietung im Wert von 1.000 Euro

Watu Wote / All of us

Spielfilm | Deutschland 2016 | P: Tobias Rosen | 22‘

Watu Wote

Das sagt die Jury:

Als federführender Filmemacher hat sich der Produzent bei dieser Produktion stets hinter die Regisseurin gestellt und ihr wirklich alles an die Hand gegeben, um den Film in dieser faszinierenden authentischen Art gestalten zu können.  Dabei hat er nie die Sicherheit des Teams in den teils hochgefährlich geltenden Regionen außer Acht gelassen und mit souveräner Weitsicht eine deutsch- kenianische Produktion gestemmt. Bekennende Christen und streng gläubige Muslime wurden während der Arbeit zusammengebracht und damit ist Watu Wote von Tobias Rosen ein wichtiges Symbol für Menschlichkeit.

Lobende Erwähnung:

Zwischen den Stühlen / To be a Teacher

Dokumentarfilm | Deutschland 2016 | P: Marie-Luise Scharf | 101‘

Zwischen den Stühlen

Das sagt die Jury:

Filme zu produzieren, bedeutet – auf den kleinsten Nenner heruntergebrochen – den Überblick zu haben, gut zu planen und hauszuhalten. Es gibt jedoch eine Qualität, die die besonderen Produzenten hervorhebt. Es ist dieser spezielle Pioniergeist, die Loyalität zum Projekt, sowie ein furchtloses Voranschreiten in eine ungewisse Zukunft. All das konnten wir bei Marie-Luise Scharf erkennen. Die jahrelange Arbeit an Zwischen den Stühlen war eine Reise, bei der sie oft den Mut hätte verlieren können. Doch statt aufzugeben, hat sie dringend notwendige Finanzierungsmittel aufgespürt und nicht zuletzt ihre privaten Ressourcen eingesetzt.

Diese Leidenschaft möchten wir besonders würdigen und mit einer LOBENDEN ERWÄHNUNG auszeichnen.

Bester Kinderfilm - 2.500 Euro

Dotiert mit 2.500 Euro, gestiftet von Jann Jakobs, Oberbürgermeister der Stadt Potsdam.

Wolkenreiter / Cloud Rider

Spielfilm | Schweiz 2017 | Manuela Rüegg | 18‘

Wolkenreiter

Das sagt die Jury:

Die Entscheidung ist der Jury nicht leicht gefallen, denn jeder Film hat eine besondere Geschichte oder zeichnet sich durch eine kreative Gestaltung aus. Jeder von uns hatte unterschiedliche Favoriten, doch ein Film ist besonders herausgestochen.

Wir haben uns für den Film entscheiden, der uns besonders durch seine beeindruckende Umsetzung, einem Wechselspiel aus Animations- und Realfilm, überzeugt hat. Die fantasievolle Geschichte war spannend umgesetzt und hat dabei viele Gefühle vermittelt, was uns gut gefallen hat. Im Film musste sich der Hauptdarsteller immer wieder verschiedenen Hürden stellen, die einen guten Ausgang gefunden haben und durch sein Schauspiel überzeugend rübergebracht wurden. In diesem Film war alles drin, was wir von einem Film erwarten. Aus diesen Gründen haben wir uns für den Gewinnerfilm Wolkenreiter entschieden und würden den Film unseren Freunden weiterempfehlen.

Bester Jugendfilm - 2.500 Euro

Eine professionelle Postproduktion im Wert von 2.500 Euro, gestiftet von waveline.

Rocknrollertjes / Rocknrollers

Dokumentarfilm | Niederlande 2016 | Daan Bol | 24‘

Rocknrollertjes

Das sagt die Jury:

Die Entscheidung ist der Jury nicht sehr leicht gefallen, denn alle Filme haben uns aufgrund ihrer schauspielerischen Leistung überzeugt und waren auch visuell sehr unterschiedlich und kreativ toll umgesetzt.

Letztlich haben wir uns für den Film entschieden, der uns am meisten berührt hat. Im Film wurden viele unterschiedliche Themen wie z.B. Musik, Freundschaft und Depression verhandelt. Die künstlerische Gestaltung fanden wir besonders gut, weil es in einem nicht typischen Kameraformat gedreht wurde und die Einstellungen besonders für das Format sind. Zudem steht bei diesem Film nicht die Frage des „Warum?“ sondern die Frage des „Was nun?“ im Vordergrund. Aus all diesen Gründen haben wir uns für den Gewinnerfilm Rocknrollers entschieden.

Lobende Erwähnung:

Millimeterle

Kurzfilm | Schweiz 2016 | Pascal Reinmann | 15‘

Millimeterle

Das sagt die Jury:

Dieser Film hat sich besonders durch die herausragende schauspielerische Leistung der zwei Hauptdarsteller sowie die Kameraarbeit ausgezeichnet. Mit eindringlichen Bildern wird ein Konflikt zwischen Freundschaft und ersten Sexualitätserfahrungen bewegend erzählt. Die lobende Erwähnung der Jugendjury geht an den Film Millimeterle von Pascal Reinmann.

Bestes Musikvideo - 2.000 Euro

Dotiert mit 2.000 Euro, gestiftet von Berliner Pilsner.

MeTube 2: August sings Carmina Burana

Musikvideo | Österreich 2016 | Daniel Moshel | 5‘

MeTube 2: August sings Carmina Burana

Das sagt die Jury:

Man erwartet nicht viel durch die Urlaubsvideo-Optik und bekommt dann einen bunten Blumenstrauß voller Ideen. Ein stinknormales Jahrmarktstreiben entwickelt sich zu einer Sado-Maso-Opernorgien Eskalation. Selten werden wir heutzutage von so einzigartigen Ideen überrascht. Das Gewinnervideo ist einstimmig August sings Carmina Burana.

Wir gratulieren dem Gewinner: Daniel Moshel.

Bestes Drehbuch - 2.000 Euro

Dotiert mit 2.000 Euro, gestiftet von Kuratorium junger deutscher Film. Zusätzlich stiftet Filmgeist eine Masterclass Drehbuch.

Dornröschen 2.0 – Eine Prinzessin wacht auf!

Drehbuch | Deutschland 2016 | Gesa Scheibner

Das sagt die Jury:

Zwei Dutzend Einfälle auf jeder Seite, originelle Charaktere, ein irrsinniges Tempo und eine Freude am Schreiben, die man zu jeder Zeit spürt. Dornröschen ist in der Gegenwart angekommen und in Gesa Scheibners Version so ungewöhnlich, wie wir sie noch nie gesehen haben. Mutig, entstaubt, verplant und adipös – eine ideale Heldin für einen Film, der einem großem Publikum Spaß machen wird.

Publikumspreis - 10.000 Euro

Eine professionelle Postproduktion im Wert von 10.000 Euro, gestiftet von Basis Berlin.

Watu Wote / All of us

Spielfilm | Deutschland 2016 | P: Tobias Rosen | 22‘

Watu Wote